Februar ist eine feine Frau ✬ fellbestückt ✬ den Schal drei Mal gewickelt ✬ die Sonnenbrille auf der Stirn ✬ sie stiefelstöckelt durch den schalen Schnee ✬ den Blick weit voraus ✬ sie ist die Verflossene ✬
Ich sach nur schnief. Mehr sach ich nich. Und wenn ich's sagen würde, würde ich auch eher "i sa nu ßnieef, meh sahinich!" sage, so ganz nasal. Ja, wär ich bloß gegangen durch den Schnee, vergangne Woche, dann hätte ich die Stahleshärte mir errannt, den Bakterien und Bazillen und Viren zu widerstehen. So sach ich nur ab ins Bett und hoffen, dass das Tropfen bald ausgetropft hat.
Ich soll jetzt auch Treuepunkte sammeln, findet meine Frau. Nicht bei ihr, sondern beim Kino. 6 Stempel, dann gibt es einmal Kino für umsonst. Ich hab gesagt, will ich nicht. In Schwerin kostet ins Kino ja nicht die Welt, da kann ich mir auch 100% des Eintrittspreises leisten und brauche nicht den faktischen Rabatt von 14,3 % auf Umwegen. Ich sehe das als Kultursponsoring. Das fand sie überheblich, so wie ein Wessie-Macker-Geschäftsgetue-Angeber. Das fand sie damals schon blöd, wenn ich mit Kunden telefoniert habe, Wessie-Getue. Mooment, sag ich, das ist doch ganz was anderes, ich finde unser Kino gut und da kann ich doch auf meinen Rabatt ruhig einmal verzichten, oder? Nicht, weil ich das Geld nicht bräuchte, sondern, weil ich finde, dass es dort gut angelegt ist. Kannst doch einmal öfter hingehen, sagt sie. Will ich aber nicht, sage ich. Und außerdem ist die Karte so dick im Portemonnaie und wenn ich die Karte in die Schreibtischschublade lege, vergesse ich sie da.
Januar ist eine junge Katze ✬ in ihren Spuren von gestern schleicht sie ✬ über die verschneite Wiese ✬ durch den Schnee ✬ sie hebt eine Pfote ✬ schüttelt sie ✬ und setzt sie ein Stapfenloch weiter ✬
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